28. Februar 2018 - Ein neuer Meilenstein - die Mittelmeer-Abteilung neu

Neue Mittelmeerabteilung

 

Mit einer Mittelmeerabteilung hat das Haus des Meeres vor etwa 60 Jahren seinen Zoobetrieb begonnen, genauer gesagt im Juni 1958. Diese  „Keimzelle“ eröffnen wir jetzt neu, nach 11 Monaten Bauzeit, frei nach dem Motto: schöner, besser, größer,…  Für diese Jubiläumsabteilung war uns auch (fast) nichts zu teuer:  Baukosten ca. € 400.000.-

 

Die Besonderheit der neuen Abteilung besteht in der naturgetreuen Nachbildung von Lebensräumen des Mittelmeeres. Neun Aquarien mit einem Fassungsvermögen zwischen 150 und 50.000 Litern ermöglichen ein Kennenlernen unterschiedlicher Meeresbiotope. Das Größte zeigt den Lebensraum einer lichtdurchfluteten Seegraswiese mit benachbartem Felsabhang, der in tiefes Blau abfällt. Schwärme von silbrigen Schnauzenbrassen, Meeräschen und bunten Lippfischen besiedeln das helle Seegras, der Felsabhang wird von roten Fahnenbarschen und dunkelvioletten Meerraben bewohnt. Ein eigens entwickelter Wellengenerator kippt jede Minute 700 Liter Meerwasser in die Wiese und erzeugt weiße Gischt und Meeresstimmung.

Daneben befindet sich das größte Quallen-Aquarium Mitteleuropas:  ein neues Kreiselströmungsbecken, das einen Schwarm Gepunkteter Wurzelmundquallen beherbergt und den Lebensraum des weiten, bodenlosen Meeres simuliert.

Drei weitere Becken sind den Lebensräumen Meereshöhle, Gezeitentümpel und Schlammboden gewidmet und zeigen Meeresbodentiere wie Seeanemonen, Austern, Röhrenwürmer, Seespinnen, Schlangensterne und Seeigel. Vier andere Aquarien werden von Katzenhaien und Giftfischen, Oktopussen in Gruppenhaltung, nachgezüchteten Seepferdchen in einem Algenwald und bunten, mediterranen Korallentieren bewohnt – alles in allem ein toller Querschnitt durch die Fauna des Mittelmeeres.

Gewidmet und benannt ist die neue Mittelmeerabteilung nach dem weltbekannten Wiener Meeresbiologen Univ.-Prof. Dr. Rupert Riedl, der Gründungsmitglied und Förderer des Haus des Meeres war.

 

Zum Abschluss noch eine kleine Anekdote: Wer glaubt, da es sich um einen Innenausbau handelt und wir deswegen ausnahmsweise keine Probleme mit Beton hatten, der irrt gewaltig. Der Zahn der Zeit, sprich viele Jahrzehnte Salzwasser, das auf den Boden getropft ist, hat gewaltig an der Stahlarmierung des Betons genagt. Gleich nach Abriss der alten Anlage informierten uns die Statiker, dass die Decke des Geschosses keinesfalls die Last des geplanten Großaquariums mit 50.000 Liter Inhalt und einem Gesamtgewicht von ca. 80.000kg tragen würde. Wir fanden eine Lösung: das neue Aquarium hängt jetzt brückenähnlich an den Außenwänden und berührt die eigentliche Geschossdecke überhaupt nicht. Sehr knifflig – aber gelungen!