Seine Biografie

Biografie Prof. Dr. rer. nat. Hans Hass 
 

                                             - Zusammengestellt von Michael Jung - 
 

Geburtsdaten: 23. Januar 1919 in Wien.

Eltern: Dr. Hans Hass, Rechtsanwalt, und Meta Hass, geb. Brausewetter.

Familienstand: seit 1950 in 2. Ehe mit Lotte Baierl verheiratet. Sohn Hans (1946), Tochter Meta (1957).

 

Werdegang:

Mittelschulstudium am Schottengymnasium und Theresianische Akademie in Wien. Sportliche Erfolge während der Schulzeit in Fechten, Zehnkampf, Schwimmen, Kunstspringen. 
 

1937: Abiturreise an die französische Mittelmeerküste, Bekanntschaft mit dem amerikanischen Journalisten Guy Gilpatric, dem Begründer der Unterwasserjagd. Erste Unterwasserspeerjagd zwischen Antibes und Saint Raphael. Konstruktion der ersten wasserdichten Hülle für eine Kleinbildkamera und eines schlauchversorgten Taucherhelmes. Jurastudium an der Wiener Universität. Artikel "Fischjagd unter dem Meer" in "Der Angelsport" 8/1938.

1938: Expedition zur dalmatinischen Küste, Unterwasserjagd, erste Unterwasserfotos. Abstiege mit Helm bis 20 Meter Tiefe. Konstruktion einer wasserdichten Hülle für eine 16-mm-Schmalfilmkamera.

1939: Expedition in die Karibik (Curaçao, Bonaire), wegen Kriegsausbruchs auf acht Monate verlängert. Erste freitauchende Erkundung tropischer Korallenriffe. Mehrere tausend Unterwasserfotos, erste Unterwasserfilmaufnahmen. Erste Farbfotos. Studium des Verhaltens von Haien.

1940: Tauchen im Golf von Mexiko, an der kalifornischen Küste und auf Hawaii. Zoologiestudium an der Wiener Universität. Artikel "Wir lebten unter Fischen" (Berliner Illustrirte). Das Titelbild mit Hai machte Hass und den Tauchsport über Nacht bekannt.

1941: Vortragstätigkeit. Zusammen mit Draeger-Werk in Lübeck Entwicklung des ersten Schwimmtauchgerätes (Sauerstoff-Kreislaufgerät). Es ermöglichte längere Tauchgänge von einer Stunde Dauer. Organisationsbüro für Unterwasserforschung in Berlin gegründet. Fortsetzung der Studien an der Friedrich-Wilhelm-Universität Berlin. Vom Militärdienst befreit.

1942: Ägäis-Expedition. Film: "Menschen unter Haien", der ein großer Erfolg wurde. Buch "Fotojagd am Meeresgrund" mit Unterwasser-Farbfotos.

1943: Arbeit an Zoologischer Station in Neapel. Promotion zum Dr. rer. nat. Das Schwimmtauchen wird erstmals als Methode meeresbiologischer Forschung vorgestellt. Ankauf des Zweimastschoners "Seeteufel", der zum Forschungsschiff ausgebaut wird.

1945: Kriegsende, Verlust des Forschungsschiffes samt Ausrüstung. Vortragstätigkeit. Ehe mit der Schauspielerin Hannelore Schroth.

1946: Philosophische und anthropologische Studien, Evolutionsforschung. Geburt von Sohn Hans, der später Musiker und Komponist wird.

1947: Uraufführung des Films "Menschen unter Haien" in Zürich (1949 in Deutschland). Organisationsbüro für Unterwasserforschung in Wien gegründet. Buch: "Drei Jäger auf dem Meeresgrund".

1948: Entwicklung der Hans-Hass-Flosse und eines wasserdichten Gehäuses für die Leica. Patent für ein Gerät zur Anlockung von Haien und Steuerung von Fischschwärmen. Buch: "Menschen und Haie".

1949: Expedition nach Port Sudan, als erster Tauchuntersuchungen im Roten Meer.

1950: Zweite Expedition zum Roten Meer. Film: "Abenteuer im Roten Meer". Ehe mit Lotte Baierl. Gründung des Int. Instituts für submarine Forschung in Vaduz, Liechtenstein. Übersiedlung nach Liechtenstein

1951: Erster Preis auf der Biennale in Venedig für "Abenteuer im Roten Meer". Hollywood kauft die Weltrechte. Kauf des Dreimastschoners "Xarifa" (350 Tonnen, 43 Meter Länge). Buch über erste Rote-Meer-Expedition: "Manta, Teufel im Roten Meer".

1952: Ausbau der "Xarifa" mit Unterstützung deutscher und österreichischer Firmen. Konstruktion der "Rolleimarin", wasserdichtes Gehäuse für die Rolleiflex. Die Kamera gilt lange Zeit als die Unterwasserkamera schlechthin. Expedition mit Ehefrau Lotte zum Großen Barriereriff in Australien. Erste Nahaufnahme eines Hammerhais. Reportagen für österreichischen und deutschen Rundfunk über die Expedition.

1953: Filmverträge mit Herzog-Film (München) und Sascha-Film (Wien). Erste "Xarifa"-Expedition mit neun Teilnehmern (incl. Lotte Hass) und 12 Mann Besatzung: Hamburg-London-Azoren-Los Roches (Venezuela)-Bonaire-Panama. Erster Einsatz von Unterwasser-Scheinwerfern bei Filmaufnahmen.

1954: Fortsetzung der Expedition: Galapagos-Archipel, Pearl-Islands, Panamaküste, Karibik. Untersuchungen auf dem Gebiet der Verhaltensforschung und Korallenökologie.

1955: Unterwasser-Safaris im Roten Meer zum Unterhalt der "Xarifa". Produktion von sechs Fernsehfilmen: "Diving to Adventure" (BBC 1956)

1956: Gründung eines Komitees zur ständigen Nutzung der Xarifa als Forschungsstation in tropischen Meeren. Kultusministerium NRW und Max-Planck-Gesellschaft übernehmen je einen Arbeitsplatz. Einbau der ersten Unterwasser-Fernsehanlage in die Xarifa.

1957: Zweite "Xarifa"-Expedition über Ostafrika durch Indischen Ozean zu den Malediven. Über 150 wissenschaftliche Publikationen über Ergebnisse der beiden Expeditionen. Die dabei gedrehten Aufnahmen gehen in die 24 Folgen von "Expedition ins Unbekannte" ein. Geburt der Tochter Meta (später Leiterin einer PR-Agentur in Wien).

1958: Fortsetzung der Expedition in den Malediven und Ceylon. In Bristol Fertigstellung der ersten sechs Folgen der TV-Serie "Expedition ins Unbekannte" ("Adventure") in englischer und deutscher Fassung. Der SDR beginnt am 12. September mit der Ausstrahlung von nur 13 Folgen im Monatsrhythmus. Expedition zur Straße von Malakka bis Singapur. Heimfahrt der Teilnehmer.

1959: Fertigstellung der restlichen 18 TV-Folgen von "Expedition ins Unbekannte". Oscar für den Film "Unternehmen Xarifa". Am 19.12. die 13.und letzte Folge von "Expedition ins Unbekannte" im deutschen Fernsehen. Vorläufige Einstellung der Tauchtätigkeit, widmet sich allgemeiner System- und Evolutionsforschung.

1960: Verkauf der "Xarifa", Rückführung von Singapur ins Mittelmeer. Beendigung der Forschungen unter Wasser für zehn Jahre, in denen seine Familie vom Erlös des "Xarifa"-Verkaufs lebt. Hinwendung zur vergleichenden Untersuchung von Grundbegriffen in Biologie und Wirtschaft.

1961: Untersuchung von Landlebewesen aus Sicht ihrer maritimen Abstammung. Studium von Betriebs- und Volkswirtschaft aus biologischer Sicht.

1962: Beschäftigung mit Atomphysik und Energietransformationen. Entwicklung des Energon-Begriffs. Verhaltensforschung am Menschen mit neu entwickelter Filmtechnik (mit eingebautem Spiegel können Menschen ohne ihr Wissen gefilmt werden) und in Zeitransformation.

1963: Ausbau der Energon-Theorie, Spiegelaufnahmen in Asien. Hass und Eibl-Eibesfeldt beschließen gemeinsame Filmaufnahmen auf allen fünf Kontinenten.

1964: Erste Expedition mit Eibl-Eibesfeldt nach Kenia, Tansania und Uganda, u.a. finanziert durch Verträge mit dem englischen und deutschen Fernsehen über eine 13teilige TV-Serie. Gründung der ersten Forschungsstelle zur biologischen Analyse menschlichen Verhaltens des Instituts für Humanethologie in Liechtenstein.

1965: Expedition mit Eibl-Eibesfeldt nach Peru, Mexiko, USA, Hawaii, Japan, Hongkong, Bali. Fernsehserie "Wir Menschen" (13 Folgen, ARD, ORF, BBC, SRG 1966)

1966: Ausbau der Energon-Theorie. Zusammen mit Eibl-Eibesfeldt: "Zum Projekt einer ethologisch orientierten Untersuchung menschlichen Verhaltens". (Mitteilungen der Max-Planck-Ges.)

1967: Studium von Konzepten der Unternehmensführung und Managementstrategie.

1968: Vortragsreise für Goethe-Institut durch Süd-Amerika.

1969: Veröffentlichung der Energontheorie in "Energon, das verborgene Gemeinsame". Demnach entfalten sich Berufstätigkeit und Unternehmen des Menschen zwangsläufig nach den gleichen Grundgesetzen, die auch die Evolution der Tiere und Pflanzen vorantrieben.

1970: Hass geht wieder unter Wasser. Expedition mit Sohn Hans zur Cheviot Bay (Australien). Exped. mit Eibl-Eibesfeldt, Frau und Tochter zum Großen Barriereriff, Reise auf den Spuren von Cook. Diverse Fernsehfilme.

1971: Filmexpeditionen nach British Guayana und Jamaika. "Manifest zur Bekämpfung mechanischer Unterwassersportwaffen" gegen Umweltzerstörung.

1972: Erprobung eines Klein-U-Bootes. Jugendbuch über Aspekte des menschlichen Vordringens ins Meer: "Vorstoß in die Tiefe" (Esso 1972). Reisen nach USA, Japan, Indonesien, Seychellen.

1973: TV-Film über notwendigen Verbot der Unterwasserjagd "Schüsse in der Tiefe" (ARD, ORF). Planung eines Unterwasserhotels vor der Küste von Almeria (Spanien).

1974: Filmexpedition in den Pazifik, "Das Wrack der Toten" (ARD, ORF 1975)

1975:"Der Hans-Hass-Tauchführer. Das Mittelmeer". Meeresweltausstellung "Expo 75" in Japan, TV-Film über schwimmende Städte und Unterwasser-Luxusvilla: "Wohnen im Meer" (ARD, ORF).

1976: Expedition mit Ehefrau Lotte nach Curaçao und Bonaire. Diverse TV-Filme.

1977: Auf Antrag der Wiener Universität erhält Hans Hass den Professorentitel. Vier TV-Filme über Ergebnisse der Spiegelaufnahmen mit Eibl-Eibesfeldt: "Über die Natur des Menschen (ZDF 78). Lehrsätze der Energontheorie für Wirtschaft und Politik veröffentlicht: "Die Schöpfung geht weiter" (gemeinsam mit Horst Lange-Prollius)

1978: Unternehmensberater. Hass fordert vier Nobelpreisträger heraus, seine Energontheorie zu widerlegen. 100.000 Mark wurden als Erfolgsprämie hinterlegt. Präsident des PEN-Clubs in Liechtenstein. Begründung des "Liechtensteinpreises zur Förderung junger Talente".

1979: Expedition nach Port Sudan, um nach 30 Jahren den Korallenbewuchs erneut zu inspizieren. Herausforderung zur Widerlegung der Energontheorie nur von Uni Wien angenommen, Widerlegung nicht geglückt.

1980: Drei Filme über einen Volksstamm in Neuguinea: "Die Epo" (ZDF 81). Exkursionen zu den Seychellen und Amiranten. Vorlesungen an der Uni Wien.

1981: Vorlesungen. Erprobung eines Panzertauchgerätes der englischen Marine.

1982: Produktion der Film-Trilogie "Komm ins Meer!" (ARD, ORF 83). Entwicklung des Tauchcomputers "Hans Hass Deco-Brain". Exkursion nach Kuba.

1983: Beginn fünfjähriger Studien über die Auswirkungen angeborener Raubtierinstinkte des Menschen in der Wirtschaft. Vorträge und Managementseminare.

1984: TV-Film "Das verwandelte Paradies" über die Malediven. Projekt "Vollwertiges Wohnen" in Wien auf humanethologischer Grundlage. Prof. Helmut Jedele produziert mit Hass 13teilige TV-Serie über die Taucherlebnisse von Hass: "Meine Erlebnisse und Forschungen im Meer" (ARD 85, ORF 91)

1985: Referat "Grundlagen eines neuen Denkens. Was einen Korallenfisch mit einem Wirtschaftsunternehmen verbindet". Buch mit Eibl-Eibesfeldt: "Stadt und Lebensqualität."

1986: Ausstellung "50 Jahre Tauchsport und Unterwasserforschung". Reise in verschiedene Erdteile. Untersuchung über Auswirkungen des Geldes als "übernormaler Schlüsselreiz".

1987: Vorlesungen, Vortragstätigkeit.

1988: "Deco-Brain" wird miniaturisiert und weltweit vermarktet. Der Tauchcomputer errechnet die Aufstiegszeit beim Tauchen. Buch: "Der Hai im Management. Zur Biologie wirtschaftlichen Fehlverhaltens".

1989: Hass wendet sich von wirtschaftlichen Fragestellungen ab und der Umweltproblematik zu. Kontakte mit Greenpeace und Global 2000. Präsident des neugegründeten "Förderkreis Sporttauchen"

1990: Reise mit Ehefrau Lotte in die Karibik. Vorträge über Umweltproblematik.

1990-99: Anwendung der Energontheorie in verschiedenen Wissenschaftsbereichen. Veröffentlichung von "Die Hyperzeller" (1994). Teilnahme an Taucherfestivals. Reise zum Großen Barriereriff und den Seychellen. Aktuelle Fragen der Umweltpolitik. 
  
 

Film & Fernsehen:

"Pirsch unter Wasser" (39/40),

"Menschen unter Haien" (42),

"Abenteuer im Roten Meer" (50),

"Unternehmen Xarifa" (54).

Über 70 TV-Filme, darunter: "Expedition ins Unbekannte" (24 Teile, 58/59), "Cheviot Bay" (70), "Unsere Reise mit Kapitän Cook", "Die verwunschenen Inseln" (71), "Die Pirateninsel" (72), "Die Teufelsinsel" (72), "Wir Menschen" (75, Farbe), "Wohnen im Meer" (75), "Rausch ohne Drogen", "Fisch unter Fischen" (77), "Tauchen nach Geld" (79), "Das Monstrum" (ARD 80), "Meine Erlebnisse und Forschungen im Meer" (ARD 85). Viele der Filme sind über den Jahr-Verlag in Hamburg auf Video zu beziehen.

 

Buchveröffentlichungen (u.a.):

"Jagd unter Wasser mit Harpune und Kamera"(38),

"Unter Korallen und Haien"(41),

"Menschen und Haie" (48),

"Manta, Teufel im Roten Meer" (51),

"Wir kommen aus dem Meer" (57),

"Expedition ins Unbekannte" (61),

"Wir Menschen" (68),

"Energon" (70),

"In unberührte Tiefen" (71),

"Der Hai. Legende eines Mörders" (77, mit Eibl-Eibesfeldt),

"Die Schöpfung geht weiter" (78, mit Lange-Prollius)

"Wie der Fisch zum Menschen wurde" (79),

"Im Roten Meer" (80),

"Naturphilosophische Schriften" (87),

"Der Hai im Management" (90),

"Die Hyperzeller" (94),

"Aus der Pionierzeit des Tauchens. In unberührte Tiefen" (96),

"Das Ende des grenzenlosen Wachstums" (Broschüre, 97).

 

Buch-Biografie: "Hans Hass - Ein Leben lang auf Expedition" von Michael Jung (1994)

Film-Biografie: "Der Mann, der das Meer entdeckte" von Manfred Christ (1999)

 

Auszeichnungen/Würdigungen:

Goldene Medaille der österreichischen Photographischen Gesellschaft, Wien (1950) 
Erster Preis für die beste Idee für einen "Österreich-Film", Wien (1950) 
Erster Preis für große Dokumentarfilme auf der Biennale in Venedig für "Abenteuer im Roten Meer" (1951) 
Filmpreis für "besten Dokumentarfilm" für "Unternehmen Xarifa" Los Angeles/USA, (1959) 
Ehrung durch die französische Marine (1987) 
Wissenschaftsmedaille der Stadt Linz (1987) 
Goldene Ehrennadel des Verbandes Deutscher Sporttaucher VDST (1994) 
Historical-Diving-Society-(UK)-Award für "Historical Diving Achievement", Whitstable/Kent (1994)
Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst (1998)
 
DEMA-Reaching-out-Award, Orlando/USA (1998) 
Historical-Diver-Award, Orlando/USA (1998) 
Hans-Hass-Filmfestival, St. Barbara/USA (1998) 
Zwei "Nogi-Awards" für Science und Distinguished Service, USA (1998) 
"Goldene Medaille" der Stadt Wien (1999) 
Konrad-Lorenz-Staatspreis (1999) 
Donauland-Sachbuchpreisträger (1999)
Dieter-Plage-Lifetime Achievement Award, Jackson Hole / USA(2001)

 

Schirmherr und Namensgeber

- des Unterwasserfilm- und -fotowettbewerbes um die "Hans-Hass-Medaille", die seit 1978 alle 2 Jahre im Nordico-Museum Linz/A verliehen wird.

- des "Hans-Hass-Filmpreises" der seit 1996 alle 2 Jahre im Rahmen des Naturfilmfestivals "Biovision" im Düsseldorfer Löbbecke-Museum und Aquazoo verliehen wird.

 

Ehrenmitglied vieler, nationaler und internationaler, Tauchvereine und -verbände.

Seit 1994 Ehrenpräsident des "Förderkreis Sporttauchen"

Seit 1999 Ehrenpräsident des PEN-Clubs in Liechtenstein