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Mit großem Bedauern haben wir vom Ableben von Lotte Hass erfahren

Hans Hass

23. Januar 1919 – 16. Juni 2013

Wenn du ein Schiff bauen willst, 
dann rufe nicht die Menschen zusammen 
um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen 
und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die 
Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer. 
(Antoine de Saint-Exupéry)

Wir geben die traurige Nachricht, dass Professor Dr. Hans Hass am Sonntag, den 16. Juni 2013, in seinem 95. Lebensjahr nach einem erfüllten, facettenreichen und überaus produktiven Leben von uns gegangen ist. Das Begräbnis fand am Samstag, den 22. Juni auf dem Hietzinger Friedhof in aller Stille im engsten Familienkreis statt.

Mit Hans Hass starb einer der letzten großen Naturforscher des zwanzigsten Jahrhunderts. Der promovierte österreichische Zoologe entwickelte in den 1940er Jahre die Methode des Schwimmtauchens und bahnte damit dem modernen Forschungs- und Sporttauchen den Weg. Mit seinem Forschungsschiff XARIFA und namhaften Fachwissenschaftlern führte er in den 1950er Jahren zwei Expeditionsfahrten in den Pazifik und den Indischen Ozean durch.

In seiner zweiten Schaffensphase widmete sich Hans Hass ab 1960 der Humanethologie und der Evolutionsbiologie. Zur Erforschung des menschlichen Verhaltens führte er mehrere Jahre lang Filmexpeditionen zu unbekannten Naturvölkern in aller Welt durch. Seine Gedanken zur Evolution formulierte er in der „Energontheorie“.

In den letzten Jahrzehnten engagiert sich Hans Hass intensiv nicht nur in Fragen des Meeresschutzes, sondern auch in den Belangen der globalen Umweltproblematik, deren Lösung er als die wichtigste Aufgabe der kommenden Jahrzehnte ansah.

Hans Hass publizierte über seine Reisen und Forschungen 32 Bücher und produzierte 73 Filme. Er wurde mit einer Vielzahl von Auszeichnungen und Ehrungen bedacht, unter anderem 1998 mit dem Österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst.

Wer die Arbeit von Hans Hass als Meeresbiologe und Umweltschützer würdigen möchte, den bitten wir, SHARKPROJECT – eine Organisation, die sich dem Kampf gegen die Zerstörung der Meere und die Ausrottung der Haie verschrieben hat – in seinem Sinn durch eine Spende zu unterstützen: http://www.sharkproject.org

Kondolenzbucheinträge sind hier möglich: Kondolenzbuch

Sein letztes Interview mit Robert Eichert
Letztes Interview mit Hans Hass.pdf
PDF-Dokument [428.1 KB]
Hans Hass im Haus des Meeres

 

Hans Hass

Naturwissenschaft
Geboren am 23. Jänner 1919 in Wien. 1937 Maturareise an die Riviera und erste Faszination für Unterwasser-Expeditionen. 1939 erster Film, gedreht vor den Niederländischen Antillen. Ab 1940 Zoologie-Studium, 1943 Promotion in Berlin mit einer Dissertation zum Thema Moostierchen. 1947 Uraufführung des 1942 gedrehten UFA-Filmes „Menschen unter Haien“. 1948 Publikation des Bestsellers „Menschen und Haie“. 1959 erste TV-Serien. 1977 Professorentitel der Universität Wien.

 

Werke (Auswahl)
1949 Menschen und Haie
1952 Manta, Teufel im Roten Meer
1957 Wir kommen aus dem Meer
1961 Expedition ins Unbekannte
1970 Energon. Das verborgene Gemeinsame
1973 Welt unter Wasser. Der abenteuerliche Vorstoß des Menschen ins Meer
1977 Der Hai. Legende eines Mörders
1988 Der Hai im Management
1996 Aus der Pionierzeit des Tauchens. In unberührte Tiefen
2004 Erinnerungen und Abenteuer

Filme (Auswahl aus etwa 70 Filmen)
1942 Pirsch unter Wasser
1959 Das Liebesriff
1959 Was gesunkene Schiffe verraten
1959 Sind Haie gefährlich?
1961 Der Krake
1985 Meine Abenteuer und Forschungen im Meer. 13-teilige Serie
2004 The Way We Went Wild. Britischer Dokumentarfilm

 

Hans Hass ist ein Pionier der Vermittlung von Verständnis für die „Geheimnisse“ der Meere und des Verhaltens ihrer Lebewesen. All das überstrahlt seine Leistungen als Fotograf, Filmer und Forscher.

Sein Lebenswerk ist am wunderbarsten in dem Film "Das Mädchen auf dem Meeresgrund" gezeichnet, welches von seiner Frau Lotte gestaltet wurde.

Das Mädchen auf dem Meeresgrund

23.11.2011

Das Mädchen auf dem Meeresgrund

Im Haus des Meeres präsentierte der ORF den Film "Das Mädchen auf dem Meeresgrund". Erzählt wird die Geschichte der legendären Tauchpioniere Lotte und Hans Hass, die Hauptrollen spielen Yvonne Catterfeld und Benjamin Sadler. 

Ein gelungener Event mit sehr sympathischen Stargästen !

Der Klassiker - Abenteuer im Roten Meer

Hans Haas Klassik-Edition - Trailer

HANS HASS - Expedition ins Unbekannte (5 DVD im Schuber) (POLAR Film Trailer)

Für den Südfunk Stuttgart und die BBC produzierte Hans Hass eine 26-teilige Serie über die zweite „Xarifa"-Expedition 1957/58 in den Indischen Ozean. Für das Fernsehen gelten andere Gesetze bei der Aufnahmetechnik als bei der Erstellung von Kinofilmen, denn für die kleinen TV-Bildschirme müssen möglichst viele Nah- oder Großaufnahmen gedreht werden. Da ausschließlich auf 16 mm-Filmmaterial gedreht wurde, waren die Kameras gegenüber der 35 mm-Kinofilmausrüstung jedoch kleiner und handlicher.


Auf den Malediven wurde erstmals eine elektronische Unterwasser-Fernsehanlage zum Einsatz gebracht, die bis zu einer Wassertiefe von 100 Metern Bilder zur Empfangsanlage an Bord der „Xarifa" lieferte. Der filmtechnische Aufwand war für damalige Unterwasser-Forschungsverhältnisse enorm. Doch die Ergebnisse rechtfertigten die Mittel. Der TV-Film über die Röhrenaale und die neue Unterwasser-TV-Technik ist auch heute noch ein Highlight.

Umfang: Box mit 26 Filmen auf 5 DVDs
Laufzeit: 730 Minuten
Bild: 4 : 3 Schwarzweiß
Ton: Dolby Digital Stereo
Sprachen: Deutsch
Untertitel: keine
Regionalcode: PAL 0
EAN-Code: 4028032065671
FSK: INFO-Programm
Erscheinungsdatum: 14.03.2008
www.polarfilm.de

Hans Hass - Der Taucher mit der Kamera

HANS HASS - Unterwasser-Report (POLAR Film Trailer)

Hans Hass - eine filmische Biographie

Tauchlegende Hans Hass auf der boot 2009

Hans Hass zu seinem 90. Geburtstag 2009

 

Der Tauchsport-Pionier und Biologe Hans Hass steht für eine neue Ära der Meeresbiologie. Er widmete sich der Unterwasserfotographie, entwickelte erste funktionsfähigeUnterwasser-Kameras und führte ein Schwimmtauchgerät mit Sauerstoff ein. Besonders stolz zeigte sich der gebürtige Wiener im Gespräch zu seinem 90. Geburtstag (am 23. Jänner 2009), dass die Schönheit der Meere so vielen bekanntgeworden ist. Ungebrochen ist seine Sorge über die Vernichtung der Haie.

Sie sind 2007, fast 60 Jahren nach ihrer Doku "Abenteuer im Roten Meer", wieder ans Rote Meer zurückgekehrt. Welche Veränderungen haben Sie beobachtet?

Glücklicherweise keine besonderen - während sich in Ägypten die Zahl der Tauchschulen sehr vermehrt hat, gibt es relativ wenige Taucher, die im Sudan tätig sind. An den vielen bunten Fischen hat sich nichts geändert, und auch das vielen schon bekannte Wrack Umbria ist leicht zu besuchen. Es ist jetzt schon überall wunderschön mit Korallen überwachsen und gleicht einem Dornröschenschloss.

Wie beurteilen Sie insgesamt die Situation der Weltmeere?

Im Prinzip freut es mich sehr, dass es heute schon etwa 20 Mio. Menschen gibt, welche die herrliche Schönheit der Unterwasserlandschaften genießen können. Andererseits trägt die Fischerei mit ihren technischen Mitteln dazu bei, dass viele Fischarten ausgerottet werden. Die zahlreichen Tauchschulen haben jedoch bewirkt, dass wenigstens die Taucher sehr naturbewusst sind und die meisten in den Meeren schon dafür sorgen, dass die wunderschönen Korallenriffe nicht zerstört werden. Darüber hinaus ist die Umweltproblematik heute natürlich außerordentlich aktuell - sowohl in den Meeren als auch an Land.

Sie waren in der ersten Hälfte Ihres Berufslebens als Unterwasserpionier viel unterwegs, haben in der zweiten Hälfte jedoch vor allem wissenschaftlich - als Theoretiker - gearbeitet. Dennoch gelten Sie heute hauptsächlich als Unterwasserpionier. Stört Sie das?

Das stört mich gar nicht, denn jedes Studium der Natur gehört zu ein und derselben großen Wissenschaft, die heute besonders wichtig geworden ist. Mein zweites Interesse galt ja der Entstehung der Lebewesen, und dieses Thema gilt sowohl den Pflanzen als auch den Tieren - ebenso den Meereslebewesen wie auch jenen an Land.

Welche Ihrer Rollen - Unterwasserpionier, Umweltschützer, Theoretiker - ist Ihnen rückblickend am wichtigsten? Worauf sind Sie besonders stolz?

Besonders stolz bin ich darauf, dass die Schönheit der Meere so vielen bekanntgeworden ist - meine große Sorge gilt der Vernichtung der Haie in aller Welt. Von vielen Fischern werden ihnen - nachdem sie gefangen wurden - einfach die Flossen abgeschnitten, und der Rest wird schonungslos wieder ins Meer zurückgeworfen, wo sie elendiglich zugrunde gehen.

"Ein Leben lang auf Expedition" lautet nicht nur der Titel eines der Bücher über Sie, sondern wohl auch Ihr Lebensmotto. Arbeiten Sie an einem neuen Projekt?

 Ja, ich arbeite an einem neuen Buch, das sich mit der Entstehung des Lebens auf dem Planeten Erde beschäftigt, welcher sich heute - nicht zuletzt wegen der starken Vermehrung des Menschen - in der akuten Gefahr einer Selbstzerstörung befindet. Mit meinem Leben bin ich sehr zufrieden und besonders glücklich darüber, dass ich mit meiner Lotte (Ehefrau, Anm.) einen so ausgezeichneten Lebenskameraden gefunden habe. Sie war die erste Frau, die den Mut hatte, in den Korallenmeeren zu tauchen, hat mich auf den meisten meiner Reisen begleitet und mir auch sehr geholfen.